Fragen & Antworten im Bereich Eltern:
- Zähneputzen - Ab wann?
- enthält selbst Muttermilch Milchzucker;
- Kinderbreie sind bisweilen mit Fruchtzucker (=Fructose) versetzt und kleben an den Zähnen;
- Kinder trinken häufig Saft(-schorlen), der/die natürlichen Zucker enthalten
- Sie nehmen sog. „Kinderprodukte“ zu sich. Bitte bedenken Sie, dass auch Kinderschokoladen, Kinderjoghurts usw. Zucker enthalten können
- Welche Zahnpasta soll ich benutzen?
- Welche Zahnbürste soll mein Kind verwenden?
- Mögliche Ursachen von Zahnverfärbungen
- Es kann sich um Karies handeln. Auch bei sehr kleinen Kindern kann es bereits zu kariösen Veränderungen der oberen Frontzähnchen kommen.Auch bei sehr kleinen Kindern ist es wichtig, dass kariöse Zähne rechtzeitig behandelt werden!
- Es kann sein, dass einen oder mehrere Zähne sich aufgrund eines Zahnunfalls verfärbt haben. In dem Fall muss abgeklärt werden, ob eine Behandlung notwendig ist.
- Auch bestimmte Medikamente oder in seltenen Fällen genetisch bedingte Zahnentwicklungsstörungen können Verfärbungen der Zähne verursachen.
- In den letzten Jahren kommen Verfärbungen durch gestörte Mineralisierungsprozesse immer häufiger vor. Diese Störung nennt sich MIH oder Molar-Incisor-Hypominaralisation.Solche Zähne wurden im ersten Lebensjahr in ihrer Zahnschmelzbildung gestört.
- Wie lange soll mein Kind Zähneputzen?
- Wann soll mein Kind zum ersten Mal zum Zahnarzt?
- Wann kommen welche Zähne durch?
- Zahn ausgeschlagen - was tun?
- Vorzeitiger Milchzahnverlust
- Wo finde ich einen Kinderzahnarzt?
Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, sollten Sie mit dem Zähneputzen beginnen. Auch sehr kleine Kinder nehmen Zuckerarten zu sich, die zu Karies führen können: Z.B.
Zudem akzeptieren Kinder das Zähneputzen besser, wenn Sie sich in ganz jungen Jahren daran gewöhnen.
Mein Kind will aber nicht Zähneputzen!
Zähneputzen ist nicht einfach, weder für Ihr Kind noch für Sie. Bitte fangen Sie mit dem ersten Zahn das Zähneputzen an. So gewöhnt sich Ihr Kind leichter und schneller an die Zahnbürste. Es ist auch sehr wichtig, dass Sie konsequent sind, sonst wird es immer mehr Ausnahmen vom Zähneputzen geben. Bitte bedenken Sie, dass Ihr Kind die/der Leittragende sein wird, wenn die Mundhygiene nicht gut ist und Löcher entstehen. Kinder mit zwei, drei Jahren können noch nicht einschätzen, welcher Schaden auf sie zu kommt, wenn sie sich nicht die Zähne putzen lassen. Hier müssen Sie als Mama und Papa Ihren Liebling zu ihrem/seinem Glück bringen.Sie können versuchen, Ihr Kind mit „Entertainment“ das Zähneputzen näher zu legen und leichter zu machen. Z.B. gibt es blinkende Zahnbürsten oder elektrische Bürsten, die Musik spielen. Manchmal hilft es auch eine kleine Geschichte zu erzählen oder das Kind beim Zähneputzen fernsehen zu lassen.
Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt Kinderzahnpasta mit Fluorid. Diese enthält 500 ppm Fluorid (diese Zahl finden Sie auf der Zahnpastatube. Sollte mehr als 500 ppm Fluorid enthalten sein, ist die Zahnpasta erst ab dem Alter von ca. 6 Jahren empfehlenswert.
Fluoridtabletten sind dann nach momentanen Studien nicht mehr nötig. Tragen Sie eine kleine Menge (erbsengroß) Zahnpasta mittig auf die Zahnbürste auf. Es macht nichts, wenn Ihr Kind etwas Zahnpasta „isst“ oder noch nicht ausspucken kann, da die Fluoridmenge die verschluckt wird, sehr gering ist.
Kariesprophylaxe mit Fluorid
Für weitere Informationen zum Thema Fluorid schlagen Sie bitte die aktuellen Richtlinien unter den wissenschaftlichen Stellungnahmen auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde www.dgzmk.de nach.
Bitte kaufen Sie Ihrem Kind eine weiche Kinderzahnbürste und tauschen sie aus, wenn die Borsten anfangen schräg abzustehen. Anfangs werden Sie viele Zahnbürsten brauchen, da Kinder häufig mehr auf den Bürsten herumkauen als sich damit Zähne putzen zu lassen. Für Babys eignen sich auch Fingerhütchen mit Kunststoff-Borstenfeld.
Eine elektrische Kinderzahnbürste kann Ihr Kind ab 2,5 bis drei Jahren verwenden.
Die meisten Hersteller haben Ihre Kinderzahnbürsten in Altersgruppen unterteilt, die sich in der Größe des Borstenfelds und der Länge und Dicke des Griffs unterscheiden. Bitte halten Sie sich an diese Einteilung.
Verfärbungen an den Zähnen können sehr unterschiedliche Ursachen haben und sind immer ein Grund, einen (Kinder-)Zahnarzt aufzusuchen. Zahnverfärbungen müssen abgeklärt werden, denn:
Es kann sich um hartnäckige Zahnbeläge handeln. Versuchen Sie erneut, die Beläge zu entfernen. Gelingt es Ihnen nicht, suchen Sie einen (Kinder-)Zahnarzt auf.
Der sogenannte Black Stain ist ein Zahnbelag, der bei Kindern und Jugendlichen mit einer Häufigkeit von bis zu 10% vorkommt. Die Ursache sind sogenannte chromogene (pigmentbildende) Bakterien, die nicht in das Kariesgeschehen eingreifen.
Meistens haben Kinder mit dem sogenannten Black Stain weniger Karies als andere, da diese Bakterien mit den Karies verursachenden Bakterien um den Platz im Mund konkurrieren.
Oft verschwinden diese Beläge, wenn die bleibenden Zähne kommen sind. Mache Kinder behalten Sie bis zum ca. 15. Lebensjahr.
Da der Leidensdruck bei Kindern, die solche Beläge haben, oftmals recht groß ist, wird häufig eine professionelle Zahnreinigung der (Milch-)Zähne durchgeführt.
Fazit: Black Stain ist ärgerlich, aber kein Grund für Sorgen. Klären Sie aber unbedingt beim (Kinder-)Zahnarzt ab, ob es sich tatsächlich um Black Stain handelt.
Diese Zahnhartsubstanzfehlbildungen werden vor allem an den Schneidezähnen und den ersten bleibenden Backenzähnen, die mit ca. 6 Jahren durchkommen beobachtet, aber auch Milchzähne können bereits betroffen sein.
Als mögliche Ursachen dafür kommen beispielsweise Infektionskrankheiten wie Mumps oder Masern, stoffwechsel- oder ernährungsbedingte Störungen im Mineralstoffhaushalt, oder Lungenerkrankungen wie etwa Asthma in Frage. Auch die Verwendung von Plastikbabyflaschen scheint einen Einfluss auf die Entstehung solcher Zahnhartsubstanzfehlbildungen zu haben.
Ein Zahn mit unzureichend ausgebildetem Schmelz ist häufig sehr empfindlich gegenüber Wärme oder Kälte sowie chemischen und mechanischen Reizen. Kinder empfinden dann das Putzen als schmerzhaft und tun sich mit der Mundhygiene schwer. Trotzdem ist eine besonders gute Mundhygiene hier erst recht wichtig, damit nicht zu viel der bereits geschädigten Zahnsubstanz verloren geht. Stellen Sie Ihr Kind rechtzeitig einem (Kinder-)Zahnarzt vor!
Sind nur die Milchfrontzähne durchgebrochen, putzen Sie bitte 1 Minute 1-2x täglich. Sobald der erste Backenzahn durchgebrochen ist, müssen Sie zweimal täglich putzen, da in den Fissuren der Backenzähne leicht Nahrungsreste hängen bleiben und Karies entstehen kann. Ab dem vollständigen Milchgebiss (=20 Zähne) ist 2x täglich 2 Minuten Zähneputzen Pflicht!
Bis Kinder gut Schreiben können, müssen Sie als Mama oder Papa die Hauptputzarbeit leisten bzw. nachputzen! Erst wenn die Schrift rund und schön ist, ist die Motorik der Hand ausgeprägt genug, um alle „Ecken und Kanten“ der Zähne wirklich sauber zu putzen. Das ist in der Regel erst im Alter von ca. 8 Jahren.
Bitte gehen Sie früh mit Ihrem Kind zu einem (Kinder-) Zahnarzt, also so ab dem Durchbruch aller acht Frontzähnchen bzw. wenn Ihr Kind ca. 8 Monate alt ist. In dieser ersten Sitzung wird im Mund Ihres Kindes nicht viel passieren. Ihre Zahnärztin/ Ihr Zahnarzt wird Sie jedoch ausführlich z.B. zur Zahnpflege oder zur zahnfreundlichen Ernährung beraten und so zusammen mit Ihnen viel zur Vermeidung von Karies beitragen. Zudem gewöhnt sich Ihr Kind so besser an die halbjährlichen Untersuchungen.
Vorsorgetermine
1. Termin: 6.- 8. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchzähne)
2. Termin: 16.-18. Monat (nach dem Durchbruch der ersten Milchbackenzähne)
3. Termin: ca. 30. Monat (wenn das Milchgebiss vollständig ausgebildet ist)
Ab dem 30. Monat werden viertel- bis halbjährliche Kontrolltermine empfohlen.
Unschön ist es immer, wenn Ihr Kind dann zum ersten Mal Kontakt zu einem Zahnarzt bekommt, wenn es ein Loch oder Schmerzen hat und gleich einer Behandlung bedarf. Der Zahnarztbesuch sollte vorher eine „ganz normale Sache“ sein, damit die erste Reparatur-Behandlung ohne Tränen und Trauma erfolgen kann.
Etwa mit einem halben Jahr bricht der erste Zahn, meist der mittlere Unterkiefer Schneidezahn durch. Im ca. halbjährlichen Rhythmus brechen die nächsten Zahntypen durch, d.h. häufig folgt auf den ersten Schneidezahn der zweite/seitliche Schneidezahn (ca. 1. Lebensjahr), dann der erste Seitenzahn (1,5 Jahre), dann der Eckzahn (2Jahre) und schließlich der zweite Seitenzahn (etwa 2,5 Lebensjahre). Mit etwa 2,5 Jahren ist das Milchgebiss von 20 Zähnen komplett.
Zwischen 5 und 7 Jahren wechselt die Milchzahnfront in bleibende Zähne und der Sechs-Jahr-Molar bricht hinter den Milchzähnen durch. Vom 10. bis 12. Lebensjahr werden die Seitenzähne ausfallen und durch bleibende Zähne ersetzt. Es kommen nun noch zwei Backenzähne hinzu, der „Siebener“ und der „Achter“. Letzteres ist auch als „Weisheitszahn“ bekannt. Nun ist das Erwachsenengebiss mit maximal 32 Zähnen komplett.
Sie müssen unterscheiden, ob es ein Trauma am Milchgebiss oder an bleibenden Zähnen ist.
Bleibende Zähne bitte, wenn sie ausgeschlagen sind, in eine Zahnrettungsbox oder zimmerwarme Milch einlegen, nicht reinigen und SOFORT Ihren Zahnarzt aufsuchen. Sie/er kann Ihnen sagen, ob der Zahn wieder ins Zahnfach zurück gesetzt werden kann und wird die weitere Therapie erklären. Auch abgebrochene Zahnfragmente geben Sie bitte in ein zellverträgliches Medium. Diese können wieder angesetzt werden.
Eine Zahnrettungsbox erhalten Sie in Ihrer Apotheke oder über Ihre Zahnarztpraxis. Weitere Informationen finden Sie unter anderem unter www.zahnunfall.de oder www.zahnunfall24.de
Sind Milchzähne herausgeschlagen, werden sie nicht zurück in das Zahnfach gesetzt, da die Gefahr zu groß ist, den darunter liegenden bleibenden Zahn zu schädigen. Bitte suchen Sie auch bei einem Trauma im Milchgebiss Ihren Zahnarzt auf.
Früh verloren gegangene Milchzähne in der Front werden in der Regel nicht ersetzt. Zur Unterstützung der Sprachentwicklung oder aus psychologischen Gründen (wenn ein Kind sich für die Frontzahnlücke schämt oder deswegen gehänselt wird) kann eine Frontzahnprothese angezeigt sein.
Wenn Seitenzähne vorzeitig entfernt werden müssen, ist es sehr häufig sinnvoll einen Platzhaltern einzusetzen. Dieser soll verhindern, dass sich die Lücke verengt und der bleibende Zahn im Durchbruch behindert wird. Platzhalter gibt es herausnehmbar und festsitzend.
Bitte suchen Sie einen Kinderzahnarzt in Ihrer Nähe z.B. auf der Homepage www.kinderzahnaerzte.de ->“Elternseiten“ und klicken Sie auf die Landkarte. Die Mitglieder unseres Vereins haben alle eine Zusatzqualifikation für die Behandlung von Kindern. Sie finden ebenfalls fortgebildete Zahnärzte unter www.kinderzahnheilkunde-online.de ->“Suchdienst für Patienten“ nach Postleitzahlen sortiert.
